Zeitraum: Wintersemester 2015/16
Schwerpunkte: Konzeption · Guerilla-Marketing · Editorial Design · Sounddesign · Teamarbeit
Wie erklärt man Blindheit? Gar nicht – man macht sie erfahrbar. dark cube ist ein schwarzer, begehbarer Würfel, der Passanten mitten in der Fußgängerzone für ein paar Minuten in die akustische Welt blinder Menschen eintauchen lässt.
Entstanden ist die Kampagne als Studienarbeit in Kooperation mit dem Wundernetz, einem Inklusionsprojekt der Lebenshilfe Amberg-Sulzbach, gefördert von der Aktion Mensch und ursprünglich auf drei Jahre angelegt (2015–2018, später in weiteren Phasen bis 2022 fortgeführt). Aufgabe war eine Crossmediakampagne für das Wundernetz. Neben klassischem Plakat und Flyer sollten vor allem Below-the-line-Maßnahmen und Guerilla Marketing zum Einsatz kommen, um auch mit kleinem Budget viel Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Inspiriert wurde der dark cube von Dunkelbars, wie es sie etwa in Frankfurt gibt: ein abgedunkelter Raum, in dem blinde Menschen sehenden Gästen ihren Alltag zeigen. Das Design bleibt konsequent reduziert: schwarze Flächen, weiße Schrift, keine Farbe. Das Logo, ein Würfel aus drei Rauten, greift die Symmetrie des Blindenzeichens auf. Getragen wird die Kampagne von einem kleinen Medienmix: Typografie-Plakate, ein Flyer mit Blindenschrift im Tiefdruck als Gewinnspiel, umgestaltete Papiertüten vom Bäcker, eine Website und ein Kinospot, der eine Szene nur über Geräusche erzählt, bis sich am Ende zeigt, dass man sich etwas ganz anderes vorgestellt hat. Im Würfel selbst wechseln Klanglandschaften von Wald über Baustelle bis Strand, begleitet von einer „Support Crew“ in schwarzen Morphsuits.
Genau dieser Moment des Ertapptwerdens im Kinospot ist auch das Prinzip des Würfels: nicht erklären, sondern erleben lassen. Eigentlich schade, dass es nur beim Konzept blieb. Design, Medienplan und Sounddramaturgie waren ready.
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